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Chronik

Als noch die Mark zweimal umgedreht wurde, ehe man sie ausgab, sammelten sich 1961 die Gartenfreunde Bremann, Schmolke, Wespertat und einige mehr auf einem Stück Land im Karlsfelder Moos, um dort für ihre Familien Gemüse und Kartoffeln anzubauen.

Die Besitzerin des Grundstückes war die bekannte Niederbayerische Schriftstellerin Zenta Dingelreiter, die mit ihrer Aufgeschlossenheit für das Kleingartenwesen die heutige Anlage maßgeblich beeinflusste.

In den nächsten Jahren wurde mit dem Bau der ersten Schrebergärten begonnen. Als 1963 weitere Schrebergärtner, Gartenfreund Odoj, Knobloch und andere zu diesen Pionieren stießen, gründeten sie eine Interessengemeinschaft. Die Gründungsversammlung erfolgte am 6. Juli 1963 im Gasthof Günter in Dachau-Ost. Gartenfreund Knobloch übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. Gartenfreund Wilhelm Kleis wurde Stellvertreter des Vorsitzenden.
Die Zahl der Freizeit-Hobby-Gärtner wurde immer größer, der Drang nach einer festen Bindung kristallisierte sich immer mehr heraus und zwar nach dem Gedanken " Gemeinschaft und Einigkeit machen stark".

Am 10. Juni 1964 erfolgte die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Dachau. Zu dieser Zeit stand der Verein noch auf schwachen Füßen. Die Gemeinde Karlsfeld stand der Kleingartenanlage sehr skeptisch gegenüber. Die Skepsis bestand darin, dass in Kürze ein neues Schwarzbaugebiet entsteht, denn Karlsfeld hatte als Schwarzbaugemeinde in der Vergangenheit in Oberbayern einen besonderen Namen. Der 1. Bürgermeister Herr Bruno Danzer hat diesen Bestrebungen durch seine weitsichtige Planung Einhalt geboten. Dies traf auch für die Kleingärtner zu, die erst der Gemeinde beweisen mussten, dass auf dem vorgesehenen Gelände nur der Gedanke der Erholung und die kleingärtnerische Nutzung vom Verein als Ziel gesetzt wurde.
Dem Verein stand eine Zeit harter Aufgaben und Belastungsproben bevor. Beseitigungsanordnungen vom Landratsamt wurden angedroht, Planierraupen standen an der alten Hochstraße bereit. Dank Herrn Landrat Dr. Pestenhofer, der im letzten Augenblick durch sein wohlwollendes Verhalten, das Schlimmste für die Kleingärtner verhindern konnte.

Der Kleingartenverein überzeugte den Gemeinderat von Karlsfeld von seinen ernsten Absichten, dass auf dem Gelände keine Wohnbausiedlung entstehen soll, sondern ein Stück Grünland mit einer Laube, wo die Mitbürger erholsame Stunden finden können. Nun galt es für den Verein, die bisher schwarz erstellte Kleingartenanlage mit 50 Gärten zu legalisieren. Es wurde klar, dass dies nur mit einer Vergrößerung der Anlage möglich ist. Der Verein stellte deshalb an die Gemeinde Karlsfeld am 5. April 1971 den Antrag auf Ausweisung eines Gebietes im Flächennutzungsplan für Kleingärten. Der Gemeinderat mit seinem Bürgermeister hat diesen Antrag wohlwollend behandelt und genehmigt. Das Landratsamt, vor allem Herr Dr. Pestenhofer, standen diesem Antrag ebenfalls positiv gegenüber. Am 15. Mai 1972 erhielt der Verein die Genehmigung von der Regierung von Oberbayern zur Erstellung der Kleingartenanlage von 167 Kleingärten. Damit hatte Karlsfeld als erste Gemeinde im Landkreis Dachau eine Kleingartenanlage ausgewiesen und dadurch auch Mitbürgern über die Gemeindegrenzen hinaus die Möglichkeit gegeben, einen Kleingarten zu erwerben.

Nun gingen die Mitglieder mit Fleiß und Arbeit an die Verwirklichung des Projektes heran, der Aufbau gelang in kürzester Zeit. Die Gartenlauben schossen wie Pilze aus dem Boden und die angelegten Gärten übertrafen sich in Gestaltung und Schönheit.
Die Mühe des Vereins und der Mitglieder wurde im Jahr 1973 durch die Verleihung der bronzenen Medaille als drittschönste Anlage ihrer Größenordnung in der Bundesrepublik Deutschland gekrönt. Am 22. September 1973 erhielt der 1. Bürgermeister Herr Bruno Danzer und der 1. Vorsitzende des Kleingartenvereins, Herr Emil Knobloch, in Hamburg die Medaille aus der Hand des damaligen Städtebauministers Dr. Jochen Vogel.
Der Verein vergrößerte sich zunehmend und hatte sich auch im Vereinsleben der Gemeinde Karlsfeld einen guten Namen geschaffen. Gerade die enge Verbundenheit zu den Siedlern und Eigenheimern ist hier besonders hervorzuheben.

Der Verein hat nach der Erstellung der Karlsfelder-Anlage weitere Überlegungen angestellt, wie den noch vielen wartenden Mitbürgern geholfen werden kann, damit auch diese in den Besitz eines Kleingartens kommen. Dieser Gedanke wurde von der derzeitigen Vorstandschaft mit seinem 1. Vorsitzenden Herrn Emil Knobloch und den Vorstandsmitgliedern Frau Koci, den Herren Springer, Sedlatschek, Schmid, Brückelmeier, Zieglgänzberger, Stadler, Wunder und Kurtze aufgegriffen und eine Erweiterung der Kleingartenanlage auf dem Gebiet der großen Kreisstadt Dachau beschlossen. Das Projekt umfasste 250 Gärten die in den nächsten Jahren aufgebaut werden sollten. Am 11. September 1973 wurde der Antrag zur Errichtung einer Kleingartenanlage auf städtischem Gebiet an die Große Kreisstadt Dachau vom Kleingartenverein Dachau-Karlsfeld e. V. gestellt. Der Weg bis zur Genehmigung des ersten Bauabschnittes der 1600-Anlage an der Flurstraße war sehr mühevoll. Da unsere Kleingärtner es nicht erwarten konnten mit den Baumaßnahmen zu beginnen, jagten sich die Verfügungen der Stadt Dachau zur Einstellung der Aktivitäten. Die Genehmigung für den ersten Bauabschnitt der Dachauer-Anlage von 100 Gärten, wurde Ende 1975 erteilt. Somit war der Aufbau der 1100-,1600- und 1700-Anlage möglich. Das Richtfest wurde unter Beteiligung der Behörden und Kleingärtner am 18. September 1976 gefeiert. Die Fertigstellung und Einweihung dieses Bauabschnittes wurde durch den Oberbürgermeister, Herrn Dr. Lorenz Reitmeier, am 28. Juli1979 vorgenommen.
Anschließend erfolgte der weitere Bau von 47 Kleingärten der 1800-Anlage. Schirmherr dieses Bauabschnittes war Herr Oberbürgermeister Dr. Lorenz Reitmeier. An der Einweihungsfeier am 29. September 1984 nahmen die Herren Land rat Hans Jörg Christmann, Oberbürgermeister Dr. Lorenz Reitmeier und der 1. Bürgermeister von Karlsfeld Bruno Danzer teil. Umrahmt wurde die Feierlichkeit von der Blaskapelle Schwabhausen unter der Leitung von Herrn Kapellmeister Leo Rau.

Im gleichen Jahr wurde dann der letzte Bauabschnitt in Angriff genommen. Die Errichtung der 900- und 1000-Anlage begann. Diese Anlage ist fertiggestellt, jedoch die Einweihungsfeier wurde wegen des 25-jährigen Gründungsfestes des Kleingartenvereins Dachau-Karlsfeld e. V. noch nicht vorgenommen.
Die gesamte Kleingartenanlage umfasst ein Areal von ca. 200 000 qm. Darauf wurden 420 Kleingärten gebaut. Der Verein hat heute 460 Mitglieder. An den Sonn- und Feiertagen sind in der gesamten Anlage ca. 1500 Menschen, die hier ihre Erholung suchen. Der Freizeitwert unserer Kleingartenanlage wird durch das in unmittelbarer Nähe befindliche Karlsfelder-Erholungsgebiet noch erhöht und abgerundet. Wir wollen hoffen, dass die Kleingärtner noch lange Zeit in der schönen Oase der Ruhe, Erholung und gärtnerischen Schönheit ihren Beitrag zur landwirtschaftlichen Verschönerung leisten können.

Gründungsmitglieder des Kleingartenvereins Dachau-Karlsfeld e.V.
Behr Hubert, Kleiss Siegfried, Oberhofer Oskar, Chudalla Josef, Kleiss Wilhelm, Peist Arnold, Freudenthaler Johann, Knobloch Emil, Siffel Karl, Gross Hermann, König Stefan, Sigl Ludwig, Hohmeier Hans, Odoj Ewald, Seidel Manfred.

 

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